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Bedeutung des Bußsakramentes

Niemand kann die Augen vor der Tatsache verschließen, dass es Böses in der Welt gibt. Jeden Tag hören wir von Mord und Totschlag, von Hass und Gier, von Ungerechtigkeit und Gefährdung der Umwelt. Täglich erleben wir, wie Mädchen und Jungen andere schikanieren, stehlen und lügen, sich selbst kaputt machen. Oft finden die Menschen nichts dabei. Wenn aber jemand über das Böse, das er getan hat, nachzudenken beginnt, wird er sich schämen und fragen, was er tun soll. Es kann sein, dass er seine Schuld als bedrückende Last empfindet und einen Weg sucht, wie er "entlastet" und "entschuldigt" wird. Dieser Weg ist oft schwer und bitter, weil im Inneren des Menschen Kräfte sind, die ihn zum Bösen drängen, z. B. Habsucht, Neid oder Eifersucht. Christen glauben, dass alle Schuld auch gegen Gott gerichtet ist. Sie bedeutet einen Verstoß gegen seinen Willen, eine Übertretung seiner Gebote, eine Lieblosigkeit gegenüber seiner Liebe. Sie nennen Schuld vor Gott "Sünde".

Jesus hat die Menschen immer wieder aufgefordert ihre Schuld einzusehen und auf einen guten Weg zurückzukehren. Denjenigen, die dazu ernsthaft bereit waren, hat er die Vergebung ihrer Schuld durch Gott zugesagt. In seinen schönsten Gleichnissen hat er davon gesprochen. Wer sich wie der verlorene Sohn nach langen Irrwegen nach Hause aufmacht, wird dort einen gütigen Vater finden, der ihn ohne Vorwurf wieder in die Familie aufnimmt. Die Möglichkeit zu einem Neubeginn ist Christen nie versperrt. Wann immer sie Gott ernsthaft um Vergebung bitten, dürfen sie hoffen, von ihm gehört zu werden.

Es gibt ein eigenes Sakrament der Buße, das in der katholischen Kirche auch "Beichte" (von althochdeutsch: "Bekenntnis") genannt wird. Es kann auf verschiedene Weise empfangen werden: in einer Kirche, auf dem Krankenbett, in einem persönlichen Gespräch mit einem Priester. Häufig ist es so, dass der Bußwillige in einer Kirche einen Beichtstuhl betritt, wo er einem Priester seine Sünden sagt und Gott um Vergebung bittet.

Viele Christen haben gemischte Gefühle, wenn sie dieses Sakrament empfangen. Dazu trägt manchmal der äußere Rahmen bei. Wenn der Beichtstuhl dunkel und der darin sitzende Priester kaum erkennbar ist, kann der Eindruck des Unheimlichen entstehen. Schlimmer aber ist das, was im Inneren der Christen selbst vor sich geht. Die meisten Menschen sehen sich als gut und perfekt an. Wer hielte sich nicht für o.k.? Wer schiebt nicht gern alle Schuld auf andere? Wer aber das Sakrament der Buße empfangen will, muss sich selbst kritisieren, darf sich nicht selbst beschönigen, muss seine dunklen Seiten offen legen, darf seine Schuld nicht verdrängen. Er muss gleichsam zum Richter über sich selbst werden. Einem solchen Prozess geht fast jeder lieber aus dem Weg. Aber ohne den Versuch der richtigen Selbsteinschätzung hat das Sakrament keinen Sinn.

Wer allerdings einmal diesen Weg gegangen ist, wird ihn am Ende als einen guten Weg empfinden. Es wird sich die Freude einstellen, die immer dann aufkommt, wenn ein guter Anfang möglich ist. Die Buße ermöglicht den Start in ein neues Leben. Sie befreit die Christen von drückender Altlast und lässt sie wieder aufrecht gehen. Und wenn sie auch ahnen, dass sie immer wieder schwach werden und sich immer aufs Neue in Schuld verstricken, dürfen sie doch hoffen, immer wieder aufgerichtet zu werden, wenn sie nur wollen. Ihr Glaube sagt ihnen: Gottes Liebe ist grenzenlos. Sie besiegt am Ende jede Schuld. So ist gerade das Sakrament der Buße für Christen zwar schwer, aber letztlich ein Anlass zur Freude und Dankbarkeit.

Sakrament der Versöhnung -