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Festkonzert zur Orgelweihe

St. Fidelis Stuttgart, 11. Dezember 2005

Johann Sebastian Bach ( 1685-1750)


Präludium und Fuge G-Dur BWV 541

Partita " Gott, du frommer Gott" BWV 767

César Frank ( 1822-1890)

Grande Piéce Symphonique op. 17

Max Reger (1873-1916)

Fantasie und Fuge über den Choral
" Halleluja! Gott zu loben, bleibe meine Seelenfreud" op 52/3


Ludger Lohmann, Orgel

Dispositionen der St. Fidelis- Orgel

I. Manuel - Hauptwerk C - a´´´58 Töne
II. Manuel - Positiv(schwellbar) C - a´´´ 58 Töne
III. Manuel - Schwellwerk C - a´´´ 58 Töne
Pedal C - f´ 30 Töne

6 Normalkoppeln (mechanisch), als Zug und Piston

5 Oktavkoppeln (elektrishc:Sub III, Sub III/I, Super III, Super III/I (nur als Zug)
und SuperIII / Pedal (als Piston und Zug) [alle vorbereitet]

Spielregister: Kuckuck,Tympanon, Penicillus 1/2´, Plumbum 2/3´, Pauke
Vorbereitet:Glockenspiel, Cympelstern, Nachtigall,

Crescendotritt (60 Stufen) und 2 Schwelltritte (TT-Einlagen V2A)
Zungen ab, Tutti, Rücksteller

Kleines Orgellexikon

Aliquote

Aliquote Obertonteiltöne; Register, die die Obertöne verstärken, z.B. Nasard 2 2/3': beim Drücken der Taste c' erklingt der Ton g", auch Terz 1 3/5': anstelle von c' erklingt e'''.

Disposition

Zuammenstellung aller Register einer Orgel und ihrer Verteilung auf die verschiedenen Werke (Manuale, Pedal).

Gedeckte Pfeifen

Pfeifen, die am oberen Pfeifenende zugedeckt sind. Gedeckte Pfeifen klingen eine Oktave tiefer als offene Pfeifen. Register mit gedeckten Pfeifen: Gedecktflöte, Rohrgedeckt, Bourdon, Subbass.

Flöten

Weiche Labialregister mit weiter Mensur und tragfähigem Klang in unterschiedlichen Fußtonlagen. In St. Maria z.B. Gedecktflöte, Flûte harmonique, Spitzflöte, Querflöte, Nachthorn, Hohlflöte, Flageolett, Piccolo, auch Aliquote wie Nasard oder Terz, bzw. gemischte Register wie Kornett.

Fuß (')

Das alte Maß (ca. 30 cm), nach dem man heute noch die Pfeifenlängen misst. Bei einem 8'-Register (= Normallage) hat die tiefste Pfeife (Ton C) eine Länge von ca. 2,40 m, ein 4'-Register klingt eine Oktave höher, ein 2'-Register zwei Oktaven höher, die Pfeifenlängen halbieren sich jeweils.

Hauptwerk

Das wichtigste Manualwerk mit lückenlosem Principalchor, Mixturen und starken Zungenregistern (Trompeten).

Intonation

Feinabstimmung der Pfeifen hinsichtlich Klangfarbe, Klangstärke und Ansprache. Vorintonation in der Werkstatt, Endintonation im Kirchenraum.

Koppeln

Spielhilfen, die es ermöglichen, die Register eines Manuals auf einem anderen bzw. auf dem Pedal mitzuspielen. Bei den Oktavkoppeln (6 davon in St. Maria) erklingen die Töne im Abstand einer Oktave nach oben oder unten mit.

Kornett

Farbregister mit weiter Mensur, bestehend aus den ersten 5 Teiltönen der Obertonreihe 8', 4', 2 2/3', 2', 1 3/5'. Beim Drücken der Taste erklingen also 5 Pfeifen gleichzeitig. In St. Maria gibt es drei Kornett-Register unterschiedlichen Charakters.

Labialpfeifen

Orgelpfeifen, bei denen der Ton durch die im Pfeifenkörper schwingende Luftsäule erzeugt wird. Prinzip der Tonerzeugung wie bei der Blockflöte (vgl. die sichtbaren Pfeifen im Prospekt). Bei den Labialregistern unterscheidet man die Principale, Flöten und Streicher.

Labium (Lippe, Mund)

Öffnung der Pfeife oberhalb des Pfeifenfußes bei den Labilapfeifen. Am Labium wird durch Brechung des Luftstroms der Ton erzeugt. Mensur Verhältnis von Durchmesser und Labienbreite zur Länge der Pfeife.

Mixtur

Mischung mehrerer hochklingender Pfeifenreihen in Oktav- und Quintlage, wie beim Kornett erklingen mehrere Töne pro Taste gleichzeitig, z.B. Mixtur 4-fach. Mixturregister bilden die helle Klangkrone einer Orgel.

Principale

Hauptregister einer Orgel, mittlere Mensur, intensiver Klang, in unterschiedlichen Fußtonlagen, z.B. Principalbass 16' , Principal 8', Octave 4', Quinte 2 2/3', Superoctave 2', Diapason 8', Geigenprincipal 8', Mixturregister.

Prospekt

Schauseite einer Orgel.

Register

Eine Pfeifenreihe gleicher Bauart und Klangfarbe verschiedener Tonhöhe auf der Windlade. Die Register sind sozusagen die einzelnen Instrumente einer Orgel.

Schleiflade

Windladensystem, bei dem alle zu einer Taste gehörenden Pfeifen nur ein Ventil besitzen. Durch die Verschiebung der Schleife (schmale Holzoder Kunststoffleiste) wird das Register ein- und ausgeschaltet.

Schwebendes Register

Absichtlich höher oder tiefer gestimmtes Register, welches zusammen mit einem anderen Register schwebende Klänge erzeugt, z.B. Vox coelestis (himmlische Stimme).

Schwellwerk

Teilmanualwerk einer Orgel, dessen Pfeifen sich in einem geschlossenen Holzkasten mit Jalousien befinden, die durch einen Balanciertritt geöffnet oder geschlossen werden können. Der Klang wird dadurch lauter oder leiser. Die Orgel der Marienkirche besitzt zwei Schwellwerke als Ober- und Unterwerk mit zusammen 26 Registern.

Setzerkombinationen

Spielhilfe zur Speicherung von Registrierungen. An der Orgel von St. Maria sind 2048 Kombinationen programmierbar.

Streicher

Registerfamilie mit enger Mensur und streichendem Klang, z.B. Gamba, Spitzgamba, Salicional, Fugara.

Traktur

Verbindung zwischen Tasten und Tonventilen (Spieltraktur) und zwischen Registerzügen und Schleifen der Windladen, in St. Maria elektrisch (Zugmagnete).

Windlade

Rechteckiger, flacher Holzkasten, der den Gebläsewind aufnimmt und ihn mit Hilfe der Tonventile und Schleifen in die Pfeifen leitet, die auf den Windladen stehen (vgl. Schleiflade).

Zungenpfeifen

Pfeifen, bei denen der Ton durch ein schwingendes Metallblättchen, die Zunge erzeugt wird. Der Schallbecher verstärkt den Ton und beeinflusst den Klangcharakter. Starke Zungen sind die Trompetenregister. Sie sind in der Orgel von St. Maria reichhaltig vertreten, z.B. als Bombarde, Trompette harmonique, Clairon, Tromba, weichere Zungen sind Oboe, Vox humana, Clarinette oder Fagott. Mit 16 Registern ist der Anteil der Zungenstimmen in St. Maria vergleichsweise hoch (28 Prozent).